Augen Auf!

Die Fortbildung Augen Auf! Handeln gegen Antisemitismus im Kunstmuseum richtete sich an Kunstvermittler*innen, politische Bildner*innen und Museumsmacher*innen, die ihre Praxis im Umgang mit Antisemitismus und Rassismus stärken und weiterentwickeln möchten. Ausgangspunkt war die Überzeugung, dass Antisemitismus und Rassismus nicht nur gesellschaftliche Phänomene sind, sondern auch in Institutionen wie Museen wirken – oft unsichtbar, aber mit weitreichenden Folgen. Kunstmuseen tragen als Räume der Repräsentation und Erinnerung eine besondere Verantwortung, ihre eigene Geschichte und Vermittlungsarbeit kritisch zu hinterfragen.

Die Fortbildung lud dazu ein, neue Perspektiven für eine diskriminierungskritische kulturelle Bildung und Vermittlungsarbeit in Kunstmuseen zu entwickeln. Mit thematischen Inputs, praxisnahen Workshops und interdisziplinärem Austausch wurden Strategien erforscht, wie Sprache, Bilder und Narrative sensibel und kritisch reflektiert und transformiert werden können. Die Fortbildung bot in diesem Sinne einen Rahmen für kollegialen Austausch, vertieftes Lernen und solidarisches Handeln – mit dem Ziel, antisemitismuskritische und rassismussensible Bildungsarbeit im Museum nachhaltig zu stärken.

Projektlaufzeit und Orte:
24.-26. November 2025 im Kunsthaus Dahlem und im Georg Kolbe Museum

Projektteam


Barbara Campaner (Georg Kolbe Museum), Anne Fäser (Kunsthaus Dahlem)

Copyright: Yevheniia Havrylenko

Tag 1

Montag, 24.11.2025, Kunsthaus Dahlem

Input: Livia Erdösi

Erdösi beleuchtete Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten antisemitismuskritischer Museumsarbeit und führte zentrale Begriffe an der Schnittstelle von Museumsarbeit und politischer Bildung ein. Am Beispiel des Antisemitismus zeigte sie, wie sich das Phänomen in verschiedenen Erscheinungsformen auch im Museum manifestiert.

Workshop 1: Désirée Galert

Der Workshop widmete sich dem Umgang mit Emotionen im Kontext von Antisemitismus und Diskriminierung in der Vermittlungspraxis. Im Fokus stand die Frage, wie Kunstvermittler*innen brave spaces gestalten können, in denen auch kontroverse Themen offen und produktiv verhandelt werden.

Workshop 2: Judith Boegner & Pia Schlickeiser

Die Referentinnen stellten den Lernort 7xJung vor und demonstrierten, wie eine von Grund auf als Bildungsort konzipierte Ausstellung Zivilcourage fördern kann. Gemeinsam mit der Gruppe erprobten sie ihre Methoden und zeigten, wie Diskriminierung in den Austausch und ins Handeln gebracht werden kann.

Tag 2

Dienstag, 25.11.2025, Georg Kolbe Museum

Input: Marina Chernivsky

Chernivsky verdeutlichte, dass Antisemitismus allgegenwärtig, systemisch und strukturell verankert ist – und dass ein Diskursstillstand in Deutschland selbst eine Form der Gewalt darstellt. Sie sprach eindringlich über generationenübergreifende Traumata und die Ausgrenzung jüdischer Menschen.

Workshop 1: Désirée Galert

Der Workshop widmete sich dem Umgang mit Emotionen im Kontext von Antisemitismus und Diskriminierung in der Vermittlungspraxis. Im Fokus stand die Frage, wie Kunstvermittler*innen brave spaces gestalten können, in denen auch kontroverse Themen offen und produktiv verhandelt werden.

Workshop 2: Judith Boegner & Pia Schlickeiser

Die Referentinnen stellten den Lernort 7xJung vor und demonstrierten, wie eine von Grund auf als Bildungsort konzipierte Ausstellung Zivilcourage fördern kann. Gemeinsam mit der Gruppe erprobten sie ihre Methoden und zeigten, wie Diskriminierung in den Austausch und ins Handeln gebracht werden kann.

Tag 3

Mittwoch, 26.11.2025, Kunsthaus Dahlem

Input/Workshop 1: Lili Zahavi & Zakariyya Meißner

Das Gesprächsformat zu Israel und Palästina stellte eine emotionale Herausforderung dar und stärkte durch seinen biografisch-methodischen Ansatz die Reflexionsfähigkeit der Gruppe. Die Diskussion machte deutlich, dass emotionalen Aspekten in der Bildungsarbeit mehr Anerkennung und stärkere Integration zukommen sollte.

Graphic Recording
Copyright: Jens Nordmann


Workshop 2: Radikale Töchter

Der vierstündige Abschlussworkshop verband künstlerische Methoden mit politischer Reflexion und übertrug theoretische Inhalte in unmittelbare praktische Erfahrungen. Das kreative, handlungsorientierte Format bildete einen lebendigen Abschluss der Fortbildung und machte politische Bildung direkt erlebbar.

Kontakt

Anne Fäser

Kuratorin für Bildung und Outreach

Kunsthaus Dahlem
Käuzchensteig 8
14195 Berlin-Dahlem

afaeser@kunsthaus-dahlem.de



Barbara Campaner

Kuratorin für Bildung und Outreach

Georg Kolbe Museum
Sensburger Allee 25
14055 Berlin

campaner@georg-kolbe-museum.de

Das Projekt wurde ermöglicht aus Mitteln des Aktionsfonds zur Unterstützung von Projekten gegen Antisemitisums:

Impressum

Angaben gemäß § 5 DDG:

Inhaltlich Verantwortlich:

Anne Fäser

Kunsthaus Dahlem
Käuzchensteig 8
14195 Berlin-Dahlem

afaeser@kunsthaus-dahlem.de

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